Erzbierschof Bern

Nachdem ich bei einem Feierabendbier meinen Arbeitskollegen berichtet hatte, dass ich mein eigenes Bier braue, war der Entschluss zur Veranstaltung einer gemeinsamen Bierdegustation schnell gefasst. Mit dem Erzbierschof fanden wir eine Location, welche unsere Anforderungen mehr als erfüllte.

Am Donnerstag, 15. Mai 2014 war es dann endlich soweit und ich machte mich nach der Arbeit ins beschauliche Liebefeld bei Bern auf.
Dank Google-Maps und einem kleinen Schild mit der Aufschrift „Bar offen“ fanden wir nach einiger Sucherei den Eingang zum Lokal. Drinnen wurden wir auch bereits von Anna erwartet und ehe wir uns versahen, sassen wir auch schon an einem gemütlich Tisch und hatten unser erstes Bier – ein Lager – in der Hand. Ob es nun am Durst oder meiner Vergesslichkeit lag kann ich im Nachhinein nicht mehr genau sagen, jedenfalls kam ich nicht dazu mir den Namen des Biers, geschweige denn denjenigen der Brauerei aufzuschreiben. Aufgrund des Nichtvorhandenseins von Kopfschmerzen am nächsten Morgen, kann aber zumindest Eichhof ausgeschlossen werden…

Anna, die nebenbei erwähnt diplomierte Bier-Somelieuse ist, erzählte uns viel Wissenswertes zum Lagerbier, dem Unterschied von unter- und obergährigen Hefen sowie zum geschichtlichen Hintergrund der Bierbraukunst. Immer wieder streute sie auch lustige Anektoten zu den einzelnen Punkten, wie z.B. zum deutschen Reinheitsgebot, ein.

Das Lager diente zunächst einmal als Referenz für das, was in der Schweiz im Volksmund als „Bier“ bezeichnet wird. Alles was von dieser Norm abweicht, spricht leider nur einen kleinen Kreis der Bevölkerung an. Ein etwas spezielleres Lager, welches aber immer noch der breiten Masse schmeckt, ist das Aemme der Brauerei Burgdorfer Bier.

Vom Lager ging unsere bierkulinarische Reise zu einem hellen Weissbier der deutschen Klosterbrauerei Andechs weiter.

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Dabei sollten wir probieren, das Geschmackserlebnis in Worte zu fassen. Den Bananen-Geschmack konnten wir gerade noch so definieren, beim Hauch von Nelken waren wir dann aber chancenlos…

Fertig mit dem getöteten Zeugs! Jetzt kommen wir zum richtigen Bier!

sagte Anna mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen und in sympathischen Berndeutsch. Mit getötetem Zeugs meinte sie die pasteurisierten, untergährigen Biere, bei welchen die Hefe komplett abgestorben ist. Wie versprochen wurde uns mit dem Blanche de Bruxelles der Brasserie Lefebvre ein obergähriges, belgisches Wit-Bier serviert.

Als nächstes folgte das Punk IPA der Brauerei BrewDog. Der Umstieg vom fast schon süssen Wit-Bier auf das bittere IPA gelang uns erst nach dem dritten Schluck so richtig… Kaum hatten sich unsere Zungen an den Geschmack gewöhnt stand Anna auch bereits mit dem nächsten Pitcher bereit. Wir spühlten also unsere Gläser aus um vom Pacific Imperial IPA der lokalen Brauerei 523 zu kosten. Dieses war dann nochmals intensiver im Geschmack. Die erwähnte Brauerei befindet sich keine fünf Gehminuten vom Erzbierschof entfernt und wird von einem semi-professionnellen Braumeister, der tagsüber bei Google arbeitet, geführt.

In diesem Stil ging der Abend weiter. Anna brachte und Bier für Bier welche stets intensiver im Geschmack wurden. Auch für den kleinen Hunger zwischendurch war gesorgt: Im Preis von SFr. 55.- pro Person war neben den 14 verschiedenen Bieren auch eine kalte Platte mit Käse und Aufschnitt inbegriffen.

Fazit
Wer eine interessante und vorallem sehr persönliche Bierdegustation von nicht alltäglichen Gebräuen sucht, ist beim Erzbierschof definitiv an der richtigen Adresse. Das Personal ist hoch kompetent und stets freundlich.
Ich kann also einen Besuch nur empfehlen.
Eines ist bereits jetzt schon klar: Der nächste Vereinsausflug der Beer Guerrillas wird uns nach Liebefeld führen. :D

Komplette Degustationsliste

# Brauerei Name Stil
1 ? ? Lager
2 Burgdorfer Bier Aemme Lager
3 Klosterbrauerei Andechs Helles Weissbier Deutsches Weissbier
4 Brasserie Lefebvre Blanche de Bruxelles Belgisches Wit
5 BrewDog Punk IPA IPA
6 523 Pacific Imperial IPA Double IPA
7 Evil Twin Brewing Molotov Cocktail Double IPA
8 Brouwerij Giradin Kriek 1882 Lambic
9 Brouwerij Giradin Gueuze 1882 (Black Label) Gueuze
10 Sudwerk Porter Porter
11 Sudwerk Liberator Stout
12 Brouwerij De Molen Hemel & Aarde Double Stout
13 BFM Abbaye de Saint Bon-Chien Sour Ale
14 Abbaye Norte-Dame de Saint-Rémy Trappistes Rochefort 10 Belgian Quad